Geschichte von Kunert

1907

Im Jahr 1907 meldete Maria Kunert, geborene Worm (1873-1950), im sudeten-deutschen Warnsdorf (heute Varnsdorf. Tschechien) eine Strickerei an, um auf ihrer zwei Jahre zuvor erworbenen Handstrickmaschine gewerbsmäßig Strümpfe und andere Strickwaren zu produzieren ? der Grundstein für die Weltmarke Kunert war gelegt.

1920

Anfang der 20er Jahre stiegen nach und nach erst ihr Mann Julius Kunert sen. (1871-1950) und später die beiden Söhne Heinrich und Julius jun. in die Strickerei ein und erweiterten sie. Vor allem die Söhne Heinrich (geboren 1899) und Julius Jun. (geboren 1900) brachten neuen Schwung in die Geschäfte. Sie hatten die Zeichen der Zeit erkannt. Nach dem Ersten Weltkrieg gab es eine erstaunliche Freizügigkeit in der Mode: Man zeigte Bein ? und es entstand eine enorme Nachfrage nach eleganter Beinmode.

1924

Die Erfindung der Cotton-Maschine hatte es möglich gemacht, Strümpfe mit Passform herzustellen, die der Form des Beines nachgearbeitet sind. Kurz entschlossen kauften die Kunerts einige Cotton-Maschinen und gründeten im Juni 1924 die Wirkwarenfabrik J. Kunert & Söhne. Im Oktober wurde mit 18 Arbeiterinnen die Arbeit aufgenommen - die Tagesproduktion betrug zunächst rund 300 Paar.Als erster Hersteller druckte Kunert ab 1924 den Firmennamen auf die Packungen, so dass zufriedene Kundinnen beim nächsten Kauf gezielt einen Kunert-Strumpf verlangen konnten. Die Marke Kunert wurde so zum Synonym für elegante Beinmode.

1930

Der gelernte Kaufmann Julius Kunert jun. erkannte überdies das europäische Potenzial und setzte auf den Export. Das Konzept ging auf: Elite, der erste Strumpf aus Bembergseide (ein Material für das Marlene Dietrich verführerisch warb), wurde in den 30er Jahren zum meistgekauften Strumpf in Europa und das Unternehmen Kunert avancierte zu Europas größtem Strumpfhersteller mit 5.000 Beschäftigten.

1937

Nachdem man den feinen Strumpf popularisiert hatte, wandte man sich auch dem Luxus-Segment mit Erfolg zu. So brachte Kunert 1937 einen Prachtstrumpf aus edelster Naturseide auf den Markt. Weil seine Qualität einer Majestät würdig schien, wurde er nach einer benannt: Er hieß Juliana, wie die gerade frisch vermählte Kronprinzessin und spätere Königin der Niederlande, deren Bild auch die Packung zierte.

1945

Neustart. 1945 schien alles vorbei zu sein: Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Familie Kunert enteignet und die Flucht in den Westen gelang nur unter abenteuerlichen Bedingungen. Julius Kunert jun. zog es zunächst nach München. Er wusste genau, was er wollte: die einstige Weltfirma Kunert neu aufbauen.

1947

Gemeinsam mit einigen ehemaligen Mitarbeitern aus Warnsdorf wagte er sich 1947 an diese unmöglich scheinende Aufgabe. Als Standort wurde auf Vorschlag von Ludwig Erhard, dem späteren Wirtschaftminister, das malerische Immenstadt am Allgäuer Alpsee gewählt. Zunächst stellte man das her, wofür man Maschinen und Material hatte: Damenwäsche zum Beispiel oder auch so genannte Schnittstrümpfe. Nach der Währungsreform 1948 konnte man endlich wieder Cotton-Maschinen beschaffen und mit der Produktion von modischen Strümpfen beginnen.

1950

Um 1950 kam dann Mariana auf den Markt, der erste wieder unter dem Markennamen Kunert beworbene Strumpf aus Immenstadt. Es war das richtige Produkt zur richtigen Zeit, denn um die Nylons hatte sich im Nachkriegsdeutschland ein regelrechter Kult entwickelt.

1959

Und so erlebte Kunert in den folgenden Jahren sein eigenes Wirtschaftswunder. Es zeigte sich, welche Ausstrahlung die Marke Kunert nach wie vor hatte. Im Jahr 1959 produzierten rund 1.300 Mitarbeiter an die 240.000 Paar Strümpfe in der Woche. Mit immer neuen Materialen, Formen und Farben begeisterte man die modebewusste Kundschaft - bald nicht nur in Deutschland, sondern wieder europaweit. Julius Kunert kommentierte diesen Erfolg mit der ihm eigenen Nonchalance: "Wir waren nicht eine Minute ängstlich, wie wir das wieder von vorne beginnen könnten".

1971

1971 ernannte Julius Kunert seinen Neffen Rainer Michel zu seinem Stellvertreter, der fortan das operative Geschäft leitete, während Julius Kunert selbst sich um strategische Fragen kümmerte.

1988

Auch nach dem Börsengang 1988 blieb Julius Kunert seinem Unternehmen bis zu seinem Tode eng verbunden.

1993

Am 7. Februar 1993 verstarb Julius Kunert im Alter von 93 Jahren.

2007

Im Jahr 2007 feierte das Traditionsunternehmen 100jähriges Jubiläum und somit zugleich eine jahrhundertlange Erfolgsgeschichte. Durch die Anpassung der Unternehmensstrukturen und den stetigen Wandel zu Gunsten der Anforderungen der jeweiligen Zeit, präsentiert sich Kunert heute als erfolgreiche und europäische Marke.

2008

Fokussierung auf das Kerngeschäft der Marken KUNERT, Julius Kunert und Hudson. Konsolidierung der deutschen Produktions- und Vertriebsgesellschaften unter KUNERT Fashion GmbH & Co. KG.

2010

Markteinführung der neuen laufmaschenfreien KUNERT Chinchillan – die Sensation von KUNERT.

2011

Die innovative KUNERT Effect Serie wird um die Shaping Serie Forming Effect ergänzt. Die Serie KUNERT Effect beinhaltet sowohl Strümpfe, die im Sommer kühlen (KUNERT Fresh Up) und im Winter wärmen (KUNERT Warm Up), als auch Strümpfe mit Laufmaschenstopp (KUNERT Chinchillan). Aber auch Stümpfe mit Stützverlauf, die das Ermüden der Beine vorbeugen (KUNERT Fly&Care).

* Alle Preise inkl. MwSt.
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